ReiseberichtNachdem Robert wegen Hausbau verhindert war (oder nur geschwächelt hat?) , waren heuer nur Thomas, Ingo, Stefan (von dem ein Großteil der Fotos auf dieser Seite stammt) und ich zu unserer traditionellen Frühjahrs-Radltour angetreten. Diesmal allerdings in verkürzter Form (nur vier Tage), da wir für den Herbst noch mal eine Radtour im Visier haben.
Der Wetterbericht war für das verlängerte Maiwochenende alles andere als rosig: Dauerbewölkung und immer wieder Niederschläge und vor allem schwere Stürme waren angekündigt.
Glücklicherweise sollten diese düsteren Vorhersagen nur teilweise eintreten.
1. Tag: Koblenz => Cochem (54km)
Treffpunkt war am späten Vormittag am Koblenzer Hauptbahnhof. Von dort folgten wir der Mosel zunächst auf der (flussabwärts gesehen - wie alle Angaben in dieser Beschreibung) linken Seite. Der Radweg verläuft hier meist als abgetrennter Seitenstreifen entlang der vielbefahrenen B416. Ausflüge auf die direkt an der Mosel verlaufenden Betriebswege enden oft unvermutet in der Pampa, weswegen wir bald die Finger davon ließen und lieber dem 'offiziellen' Moselradweg folgten. Das Wetter war anfangs durchwachsen und immer wieder gab es kurze Niederschläge. In Moselkern machten wir einen kurzen Abstecher, um die Burg Eltz zu besichtigen. Man kann dazu entweder von Hatzenport aus direkt bis an die Burg fahren (Steigungen!), oder - wie wir das getan haben- von Moselkern aus einige Kilometer das Tal des Elzbach flach bis zu einem Wanderparkplatz hinaufradeln und von dort zu Fuß in ca. 20 min die Burg erreichen.
Auf der Rückfahrt nach Moselkern hatten wir die einzige größere Panne auf dieser Tour: Felgenbruch bei Thomas. Mit einem lauten Krach hat sich die Hohlkammerfelge des Hinterrades verabschiedet aber zum Glück ist nichts passiert. Ein Weiterfahren war mit dem defekten Rad aber natürlich nicht mehr möglich. So musste Thomas sein Rad bis nach Moselkern zurückschieben und von dort mit dem Zug nach Cochem fahren, wo wir hofften am nächsten Tag (heute war ja Feiertag) ein Fahrradgeschäft zu finden. Ingo, Stefan und ich fuhren also die letzten knapp 20km bis Cochem alleine, wo uns Thomas schon am Bahnhof erwartete.
2. Tag Cochem => Traben-Trabach => Bernkastel-Kues (82km)
Nach der Übernachtung in einer preisgünstigen aber guten Pension (ausreichend Frühstück für hungrige Radlfahrer), war das Fahrradgeschäft unser erster Anlaufpunkt. Dank der schnellen Hilfe das Radlhändlers war Thomas schon um 9:30h mit neuer Hohlkammerfelge (und um etliche € ärmer) wieder fahrbereit.
Auf der anderen (rechten) Moselseite ging es bei strahlendem Sonnenschein auf wenig befahrenen Straßen und teilweise separaten Radwegen weiter. Unser erster Aussichtsstop war eine Besichtigung der Burgruine in Beilstein. Von dort radelten wir ohne große Steigungen entlang des tief eingeschnittenen Moseltals (mal links mal rechts) über Bullay, Zell und Enkirch nach Traben-Trabach. Die Mosel schlängelt sich in diesem Bereich und dann weiter bis kurz vor Trier in etlichen engen Schleifen durch die Weinberge, so dass man sich von den scheinbar kurzen Entfernungen auf der Karte oder der Bundesstraße nicht täuschen lassen darf. Das merkten dann wohl auch Christian und Sebastian zwei junge Radler, die wir erstmals in Zell trafen und die ab Traben-Trabach ein Stück des Weges mit uns zusammen radelten. Die beiden hatten sich zunächst auf die Entfernungsangaben an der Bundesstraßen verlassen und wollten an diesem Tag noch bis Trier fahren...
In Bernkastel-Kues ließen wir unsere Räder für diesen Tag stehen (Christian und Sebastian fuhren noch ein Stück weiter). Bernkastel zeichnet sich vor allem durch seinen malerischen Ortskern mit etlichen (zum Teil recht schiefen) Fachwerkhäusern aus. Obwohl der Ort relativ voll war, fanden wir ohne größere Probleme eine günstige Bleibe für die Nacht. Am Abend unternahmen wir noch einen Ausflug zu der in mitten den Weinbergen gelegenen Burgruine und anschießend die obligatorische Weinprobe in einem der vielen Weinlokale der Stadt.
3.Tag Bernkastel-Kues => Trier => Konz => Saarburg (90km)
Der Wetterbericht hatte für diesen Tag schwere Stürme angekündigt und sollte recht behalten. Aber wenigstens war es trocken und später sogar sonnig. Bei Minheim stießen wir wieder auf Christian und Sebastian, die die Nacht auf einem Winzerhof verbracht hatten. Gemeinsam folgten wir den vielen Schleifen der Mosel bis Trier, wobei wir feststellen mussten, dass der Wind nicht aus einer festen Richtung kommt, sondern dem Tal der Mosel folgt, so dass wir ständig Gegenwind hatten. Kurz vor Trier wurde das Tal der Mosel aber dann weiter und der Wind ließ nach.
In Trier gab's neben dem obligatorischen Kulturprogramm (Porta Nigra, Hauptmarkt, Dom, Kurfürstliches Palais, Palastaula,...) ein wiedersehen mit Irene.
Von Trier aus folgten wir der Mosel auf gut ausgebauten Radwegen noch bis Konz: Hier trennten wir uns von der Mosel und fuhren weiter entlang der Saar, die hier in die Mosel mündet. Der Saar-Radweg ist ebenso wie der Moselradweg gut ausgebaut, aber nicht durchgehend geteert. Unser heutiges Tagesziel war der malerische Ort Saarburg, der über einen schönen Marktplatz und einen Wasserfall mitten im Ort verfügt.
In Saarburg waren die Hotels, bei denen wir nachfragten alle ausgebucht, aber man vermittelte und dort ein Privatzimmer ca. 10 Minuten vom Zentrum entfernt.
4. Tag Saarbug => Saarschleife => Saarluis => Völklingen => Saarbrücken (85 km)
Bei wiederum strahlendem Sonnenschein (und ohne Wind!) folgten wir dem Saar-Radweg zur Saarschleife bei Mettlach (die natürlich von hier unten nicht so beeindruckend ist wie auf den Luftaufnahmen). Ab Dillingen zeigt sich dann schön langsam der industrielle Charakter des Saarlandes. In Völklingen führt der Radweg an den Industrieanlagen der Völklinger Hütte vorbei, dem ersten Industrieweltkulturerbe der UNESCO.
Auf den gut ausgebauten breiten Radwegen nach Saarbrücken hinein kann man es richtig 'laufen lassen', so dass wir nicht nur ohne Probleme in Saarbrücken unsere Züge für die Rückfahrt erreichten, sondern vorher sogar noch ausgiebig Eis essen konnten.
Während Thomas und Stefan von Mainz aus per Auto zurück nach Regensburg fuhren, tuckelten Ingo und ich mit Regionalzügen über Bad Kreuznach, Bingen und Koblenz zurück nach Köln.
Fazit
Eine lohnende Tour auf gut ausgebauten Radwegen durch eine schöne Frühlingslandschaft. Allerdings ohne große sportliche Herausforderungen.
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